Das Wollschaf fragte:
Die heutige Garnfarben scheinen mir “unreiner” als in den 80er oder zu Beginn der 90er Jahre. Sie leuchten bei gleichem Farbton weniger, sind “milchiger”, “schmutziger”, “melierter”, “verwaschener”. Und bei aller Buntheit ist die Farbwelt der Garne dadurch langweiliger und unscheinbarer geworden. Kaum noch ein Farbton ist wirklich als edel oder elegant zu bezeichnen, es ist viel 08/15 dabei. Die Tatsache, dass immer mehr Farbverlauf-Produkte in immer mehr Variationen auf den Markt geworfen werden, täuscht nur schlecht über die Tatsache hinweg, dass die wirklich edlen Farbtöne einfach nicht mehr existieren. Dabei meine ich nicht den eigenen Geschmack (ob einem Blau, Grün, Braun, Grau oder Pink steht, ist eine ganz andere Frage), sondern die Farbtonqualität. Mich würde interessieren, ob andere das auch so sehen, und ob sich damit das Angebot dem Markt angepasst hat, oder durch Kostensenkungen und andere wirtschaftliche Gesichtspunkte einfach an der Farbqualität gespart wird.
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!
In den 80ern waren die Farben insgesamt einfach greller und klarer - zu meinem tiefen Leidwesen, weil sie mir nicht standen.
Auf die Farbqualität würde ich das gar nicht beziehen; im Gegenteil, ich vermute sogar, daß es teurer ist, beispielsweise geheatherte Garne herzustellen.
Und der Geschmack hat sich in der Tat zum Glück geändert, hin zu gedeckteren Grundtönen, die mit einzelnen leuchtenden Farbklecksen aufgepeppt werden. “Unedler” finde ich die Farben deswegen nicht.
In der Tat gibt es allerdings mehr Farbverlaufsgarne, wohl deswegen, weil die Herstellung inzwischen leichter und vor allem billiger als früher ist. Ich weiß noch, wie unglaublich fasziniert ich war, als ich bei meinem Strick-”Neubeginn” Anfang 2005 das erste Mustersockengarn verstrickt habe, das kannte ich nun gar nicht von früher.
Kurz, ich bin mit der derzeitigen Situation sehr glücklich und kann (leider, möchte ich fast sagen) über mangelnde Auswahl nicht klagen.